Kompetenz-Netzwerk für Osteoporose-Interessierte

FAKTEN

Häufigkeit der Osteoporose

Osteoporose zählt weltweit zu den häufigsten Erkrankungen und wird durch die steigende Lebenserwartung der Menschen ein noch größeres Ausmaß annehmen.  Mehr als 40 Prozent der Frauen und 13 Prozent der Männer über 50 Jahre erleiden einen durch Osteoporose bedingten Knochenbruch. Laut Studien werden weniger als 25 Prozent der Betroffenen rechtzeitig, ausreichend und richtig behandelt.

Osteoporose kann in vielen Fällen rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

 

Formen der Osteoporose 

Medizinisch werden zwei Formen der Osteoporose unterschieden: Bei einer Osteoporose nach den Wechseljahren und im höheren Lebensalter spricht man von einer „primären“ Form der Osteoporose. Wird die Osteoporose durch eine andere Erkrankung oder deren Therapie (mit-)verursacht, spricht man von einer „sekundären“ Form.

 

Risikofaktoren der Osteoporose

Bei Vorliegen eines oder mehrerer der folgenden Risikofaktoren sind Sie besonders gefährdet:

Unbeeinflussbare Risiken:

  • Erbanlagen: Osteoporoseerkrankungen in der Familie, vor allem eine Hüftfraktur der Eltern
  • Alter

Beeinflussbare Risiken:

  • Geringes Körpergewicht – Body Mass Index (BMI) unter 20
  • Calcium- und/oder Vitamin D-Mangel
  • Rauchen
  • Mangelnde körperliche Aktivität
  • Bewegungseinschränkung und/oder Bewegungsunfähigkeit (Immobilität)

 

Sekundäre Osteoporose

Es gibt zahlreiche Erkrankungen oder Medikamente, die ebenfalls mit einem erhöhten Osteoporose- und damit Knochenbruchrisiko einhergehen.

 

Zu den wichtigsten Risiken gehören:

  • Geschlechtshormonmangel (Hypogonadismus)
  • Überproduktion von Cortisol (Hypercortisolismus)
  • Überfunktion der Nebenschilddrüse (Hyperparathyreoidismus)
  • Langzeitbehandlung (länger als 3 Monate) mit Glucocorticoiden (Cortison) in Form von Tabletten und/oder Spritzen
  • Schwere chronische Nierenfunktionsstörung (Niereninsuffizienz)
  • Insulinpflichtige Zuckerstoffwechselerkrankung (Diabetes mellitus Typ I)
  • Milchzuckerunverträglichkeit (Lactoseintoleranz)
  • Zöliakie
  • operative Entfernung von Magen- und/oder Dünndarmteilen
  • Einnahme von Antiepileptika
  • Magersucht
  • Organtransplantation
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Cushing-Syndrom
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Entzündlich rheumatische Erkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis)
  • Bestimmte Behandlungsformen von Brustkrebs und Prostatakrebs
  • Therapie mit Glitazonen bei Frauen mit Diabetes mellitus Typ II

 

Liegt eine sekundäre Osteoporose vor, ist die Behandlung der Grunderkrankung wichtig.

 

Die Notwendigkeit einer zusätzlichen Osteoporosediagnostik und -therapie muss individuell entschieden werden.

Ausnahme:

Bei Behandlung mit Glucocorticoiden (Cortison) über mehr als drei Monate in einer Dosis von 7,5 mg Prednisolonäquivalent oder mehr, wird generell eine Osteoporoseabklärung empfohlen.

 

Folgen der Osteoporose

Osteoporose entwickelt sich meist langsam und ohne Symptome oder Schmerzen. Die Folgen sind Knochenbrüche schon bei geringer Krafteinwirkung, also bei Bagatellstürzen. Typisch sind Brüche der Wirbelkörper, des Ober- und Unterarmes sowie hüftnahe Knochenbrüche (z. B. Oberschenkelhals).

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Wirbelkörperbrüche

Wirbelkörper können langsam in sich zusammenbrechen, ohne dass dies bemerkt wird oder Schmerzen verursacht. Diese „schleichenden Brüche“ werden oft nicht erkannt und demzufolge nicht behandelt.

Hingegen sind akute Einbrüche von Wirbelkörpern meistens äußerst schmerzhaft und führen zu erheblichen Einschränkungen im Alltag. Doch auch diese Osteoporose bedingten Brüche werden oft nicht ausreichend oder falsch behandelt.

Wirbelkörperbrüche erhöhen das Risiko für weitere Knochenbrüche erheblich, vor allem im ersten Jahr nach einer Fraktur.

 

Symptome bei Wirbelkörpereinbrüchen

✖ heftige, lokale, stechende bis brennende Rückenschmerzen

✖ anhaltende Rückenschmerzen

✖ Abnahme der Körpergröße; bei mehreren Brüchen teilweise um mehrere cm

✖ Rundrückenbildung

Bei akuten, über Tage anhaltenden oder chronischen, bisher noch nicht abgeklärten Rückenschmerzen sollte jede Frau ab dem 50. Lebensjahr und jeder Mann ab dem 60. Lebensjahr an die Möglichkeit eines Wirbelkörpereinbruches denken. Das gilt auch für Patienten mit sekundärer Osteoporose.

 

Armbrüche, Rippenbrüche und andere Frakturen

Kommt es als Folge von Stürzen aus Körperhöhe zu Arm-, Rippen- oder anderen Brüchen, ist häufig eine Osteoporose die Mitursache. Viele dieser Brüche heilen ohne Komplikationen. Oberarmbrüche führen im höheren Lebensalter oft zu erheblichen bleibenden Funktionseinschränkungen.

 

Hüftnahe Frakturen (z.B. Oberschenkelhalsbruch)

Eine der schwerwiegendsten Komplikationen der Osteoporose ist der Oberschenkelhalsbruch. Operation und Krankenhausaufenthalt sind die

Konsequenzen. Bei älteren Menschen ist die Gefahr besonders groß, dauerhaft behindert und pflegebedürftig zu bleiben. Komplikationen nach einem Oberschenkelhalsbruch führen bei jedem fünften Patienten zum Tod.

Ein Knochenbruch als Folge geringer Krafteinwirkung ist ein Alarmsignal für eine mögliche Osteoporose.