Kompetenz-Netzwerk für Osteoporose-Interessierte

DOP-Konferenz 2010


9. DOP-KONFERENZ IN LUZERN

Für rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stand am 9. DOP-Kongress in Luzern während zweieinhalb Tagen die Knochengesundheit im Mittelpunkt. Hochklassige Referate boten die Möglichkeit, das eigene Wissen zu vertiefen. Und das gesellschaftliche Programm sowie die Produkteschau im Kiosk ermunterten zum gegenseitigen Austausch.

Im neuen Kongress-Center des Verkehrshauses der Schweiz folgten die Vertreterinnen und Vertreter der deutschsprachigen Osteoporose-Organisationen trotz herrlichstem Frühlingswetter gebannt den Ausführungen der renommierten Fachleute.

* Prof. Dr. Reiner Bartl (München) stellte den aktiven Patienten in der Therapie in den Mittelpunkt seines spannenden Vortrags und betonte die Notwendigkeit einer konstruktiven und offenen Kommunikation zwischen Experten und Betroffenen.
* In ihrem Referat beleuchtete die ehemalige deutsche Gesundheitsministerin Andrea Fischer (Berlin) das gesundheitspolitische Umfeld für die Arbeit der Selbsthilfegruppen. Nach einer kritischen Bilanz des Wirkens machte sie den Gruppen viel Mut für die künftigen Aufgaben.
* Bewegung ins Plenum brachte der Bewegungsexperte Dr. Bruno Baviera (Zürich). Seine Visionen, wie Leben, Alltag und Bewegung miteinander einhergehen sollen, ließ manche grundsätzlichen Überlegungen zu. Ergänzt wurden seine Aussagen durch praktische Bewegungspausen mit der ehemaligen Rock’n’Roll-Weltmeisterin Dagmar Pollnow-Meding.
* Von «Bewegung in der Osteoporose-Ausbildung» konnte Prof. Dr. Kurt Weber (Graz) berichten. Er skizzierte das Projekt einer Internationalen Osteoporose Akademie (vorerst für D,A, CH), welches Interessierte in einem zertifizierten Lehrgang zur Patientenausbildung und Öffentlichkeitsarbeit befähigen soll.
* Prof. Heike A. Bischoff-Ferrari (Zürich), unbestrittene Vitamin-D-Spezialistin, zeigte auf, welch immense Bedeutung die Vitaminzufuhr hat und vermehrt auch noch haben wird. 
* Das IOF-Projekt «Osteo-Link» wurde von Gabriele Suppan (Graz) vorgestellt. Das internationale Vorhaben soll vorab mit den Organisationen des DOP entwickelt und umgesetzt werden und hat eine grössere Befähigung und Aufklärung der Patientinnen und Patienten zum Ziel, damit die Compliance und der Umgang mit Fachleuten verbessert werden können.
* Prof. Dr. Kurt Lippuner (Bern) schilderte den langen Weg eines neuen Medikamentes von der Forschungsphase bis zum Konsumenten. Nur die wenigsten Projekte überstehen alle drei Phasen bis zur Zulassung. Prof. Lippuner stellte zudem Ideen und Vorhaben vor, die noch Jahre brauchen werden, bis sie entwickelt sind. Doch es zeichnen sich bereits heute markante Veränderungen in der Behandlung und Vorbeugung von Osteoporose ab.

In einem Podiumsgespräch unter der Leitung von DOP-Schatzmeister Emil Mahnig diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Ärzteschaft, Politik, Patientenorganisationen und der Pharmaindustrie, wie Osteoporose vermehrt den Weg in die öffentliche Agenda finden könnte. Denn die Krankheit der brüchigen Knochen ist immer noch ein schwierig zu kommunizierendes Anliegen und hat in der Gesellschaft noch lange nicht den Stellenwert erreicht, der ihr eigentlich zustehen würde.

Im «Kiosk» zeigten die verschiedenen Länderorganisationen überdies, wie sie Öffentlichkeitsarbeit betreiben, welche Info-Materialien zur Verfügung stehen und welche Massnahmen wirken. Eine willkommene Gelegenheit, um in lockerer Atmosphäre Ideen und Erfahrungen über die Landesgrenzen hinweg auszutauschen.

Der DOP-Sprecher Dr. Dietmar Krause konnte in seinen Schlussworten zufrieden auf den von OsteoSwiss organisierten, 9. Kongress zurückblicken, der sowohl inhaltlich wie auch im gesellschaftlichen Teil allseits Anerkennung fand.